Berufliche Veränderung: Steffi Kneisz

Nach ihrem Management-Studium ist Stefanie Kneisz (34) ganz schnell die Karriereleiter hochgeklettert. Sie hatte tolle Kollegen, reiste beruflich durch die Welt, schlief in den schönsten Hotels und verdiente gutes Geld. Trotzdem nagte die Unzufriedenheit an ihr. Sobald die Österreicherin im Büro saß, fühlte sie sich wie im Gefängnis. Sie wagte eine berufliche Veränderung und verhilft heute auch anderen zum Ausbruch aus ihrem Hamsterrad.

Steffi ich Coach und Bloggerin, Mutter einer dreijährigen Tochter und digitale Nomadin. Mit Mann und Kind lebt sie im kolumbianischen Bogotá. Wie sie aus ihrem Jobgefängnis ausgebrochen ist und was wichtig ist, wenn man eine berufliche Veränderung anstrebt und ein Online-Business starten möchte, verrät die junge Frau im Interview.

Journalito: Du hattest eine steile Karriere als Sales Manager. Wieso warst du dennoch nicht glücklich?
Steffi: Ich habe mir diese Frage zum damaligen Zeitpunkt sehr oft gestellt und ich dachte, dass mit mir irgendetwas nicht stimmte. Ich dachte, meine Unzufriedenheit wäre das Problem. Bis ich eines Tages auf Youtube ein Video sah, wodurch sich mein ganzes Leben veränderte.

Journalito: Was für ein Video war das?
Steffi: Darin wurde die Frage gestellt, ob man ein Reactor oder ein Creator sei. Also ein Reagierer oder ein Erschaffer. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich war in der Rolle eines Reagierers, aber eigentlich wollte ich etwas erschaffen. Ich wollte mein eigener Boss sein und meine eigenen Träume verwirklichen. Ich wollte mit meinem Tun einen Unterschied auf dieser Welt machen.

Journalito: Wie ging es dann weiter?
Steffi: Das Problem war zunächst, dass ich keine Business-Idee hatte und mir dachte, dass die Idee irgendwann schon kommen würde. Deswegen wartete ich ab. Aber das war ein Fehler, denn meine Zelle wurde immer kleiner und ich fühlte mich immer mehr eingeengt – nicht nur örtlich, sondern auch mental. Eines Tages sah ich keinen Ausweg mehr und weil der Leidensdruck schon zu hoch war, kündigte ich von einem Tag auf den anderen, ohne zu wissen, wie ich denn Geld verdienen werde. Auch das war im Nachhinein ein Fehler. Doch ich wollte unbedingt eine berufliche Veränderung.

Journalito: Wie hast du dann DEINE Idee gefunden? Woher wusstest du, was du machen willst?
Steffi: Ich habe mich damals einfach gefragt, wer ich bin und was ich gut kann. Dann habe ich das noch mit meiner Erfahrung als Sales Manager kombiniert. Sehr oft ist es auch das Offensichtliche. Und hundertprozentig sicher kann man sich nie sein. Manchmal muss man sich einfach auf das Gefühl verlassen und es tun, damit man weiß, ob man das für sich Richtige gefunden hat. Außerdem habe ich noch „BSchool“ von Marie Forleo abgeschlossen, ein Online-Programm für Online-Entrepreneure. Da wusste ich, dass das das Richtige für mich ist.

Journalito: Sprich: das Coaching von Menschen, die aus ihrem Job-Gefängnis ausbrechen wollen. Welches Ziel verfolgst du als Coach?
Steffi: Ich möchte jedem, für den der Job auch zum Gefängnis geworden ist, die Möglichkeit geben, sein ganzes Potenzial in ein Business umzuwandeln. Ich bin davon überzeugt, dass jeder ein „unique gift“ in sich trägt. Etwas, das man an die Menschheit weitergeben und mit dem man einen Unterschied machen kann.

Journalito: Welche Eigenschaften sollte jemand mitbringen, der wie du ein Laptop-Unternehmen führen will?
Steffi: Ich denke, das gilt für alle, die ein Business starten möchten:

  • Durchhaltevermögen (hoch drei).
  • Ohne Risiko geht es einfach nicht. Man darf keine Angst vor dem Unbekannten haben und muss viele Sachen probieren.
  • Glaube an sich und sein Können. Wenn ich selbst nicht an mein Können glaube, wie sollen dann andere an mich glauben.
  • Keine Angst vor der Technik. Das gilt vor allem für das Laptop-Business. Man muss sich einfach für Dinge wie WordPress, Facebook, Webinare etc. interessieren und gewillt sein, sich diese Dinge auch anzulernen.
  • Man muss sich bewusst sein, dass man am Anfang vieles selber machen muss. Ich arbeite erst seit wenigen Wochen mit einer virtuellen Assistentin zusammen. Vorher habe ich jeden Beistrich in meinem Business selbst gemacht.

Journalito: Einige haben Angst, ihr eigenen Ding zu machen, weil sie Familie haben. Wie erkennen sie, dass es sich auch mit Kindern lohnt, auszubrechen?
Steffi: Gerade für seine Kinder sollte man ausbrechen. Für mich war die Vorstellung furchtbar, dass meine Tochter eine Mama hat, die jeden Tag genervt von der Arbeit nach Hause kommt. Ich wollte für sie auch ein gutes Beispiel sein und ihr vorleben, dass sie alles machen kann, wenn sie gewillt ist, Energie und Fleiß reinzustecken. Ich weiß, mit Kindern hat man auch eine ganz andere finanzielle Verantwortung. Das sollte man nicht außer Acht lassen. Also kündigen ohne Perspektive und finanzielle Absicherung mit zwei Kindern würde ich auch nicht empfehlen. Aber wenn man gut plant und Prioritäten setzt, ist (fast) alles möglich.

Journalito: Apropos finanzielle Absicherung: Viele sagen, sie haben kein Geld und keine Zeit.
Steffi: Das ist nicht immer, aber sehr oft eine Ausrede. Ich führe mit vielen Menschen Gespräche und sehr oft gebe ich den Rat, sich einen Job zu suchen, um aus den Schulden herauszukommen. Wenn ich also sehe, dass die Person noch nicht bereit ist für die Selbständigkeit, dann sage ich das auch. Ich finde es unverantwortlich, wenn man Menschen mit einer Business-Gründung ins offene Messer rennen lässt. ABER ich sehe sehr oft auch Beispiele von Menschen, die nie genug Zeit oder Geld haben und auch nie etwas tun, um das zu ändern. Das sind die, die nur jammern. Dann ist es eine Ausrede und sorry, aber die werden es nie schaffen, weil sie immer nur reden oder jammern und nie etwas tun, um ihre Situation zu ändern.

Journalito: Welche fünf Tipps hast du für die, die es ernst meinen mit einem Online-Business?
Steffi:

  • Die wahre Leidenschaft finden und diese in ein Business mit Sinn umwandeln. Also nicht irgendetwas starten, sondern etwas, was einem auch am Herzen liegt. Die Überzeugung muss einfach da sein.
  • Mit Plan starten. Das war für mich wichtig. Zu wissen, was ich tun muss, damit mein Business erfolgreich wird.
  • Durchhaltevermögen. Viele geben zu schnell auf. Wenn nicht in den ersten Wochen genügend Kunden kommen, denken viele gleich, dass die Idee nichts taugt, und fangen etwas Anderes an.
  • Sich Unterstützung holen und von denen lernen, die schon das erreicht haben, was man selbst noch erreichen möchte. Ich habe in meinem Business viel zu lange gewartet, bis ich mir einen Coach suchte. Ich machte viele (teure) Fehler, die ich hätte vermeiden können, wenn ich mir schon vorher Hilfe geholt hätte.
  • 100 Prozent geben. Viele werden nicht erfolgreich, weil sie einfach nicht 100 Prozent geben. Manche schreiben mal einen Blogartikel, machen ein Webinar und dann sollen die Kunden schon Schlage stehen. Man muss einfach immer dranbleiben und jeden Tag etwas tun, damit Kunden kommen. Das kann am Anfang bedeuten, viel zu geben, bevor man Erfolge sieht. Das vergessen viele.

Journalito: Welche Ziele hast du noch mit deinem Business?
Steffi: Ich möchte mehr Menschen erreichen. Mein Ziel ist eine E-Mail-Liste von 5000 Menschen und ein passives Einkommen. Ich selbst lebe noch in der Zeit-gegen-Geld-Falle. Das ist auch noch okay, weil es mir Spaß macht, mit meinen VIP-Kunden zu arbeiten. Trotzdem möchte ich mehrere Einkommensquellen schaffen.

Journalito: Wer hat dich auf deinem Weg inspiriert?
Steffi: Marie Forleo. Sie ist meine Heldin und ihr Programm „BSchool“ hat mein Leben verändert. Meine Tochter. Sie ist meine Inspiration und lebt mir jeden Tag vor, wie schön unbeschwert das Leben sein kann, wenn man es nur zulässt. Und natürlich Tim Ferriss mit der 4-Stunden-Woche.

Steffi, ich bedanke mich für das Interview.

P.S. Wenn du eine berufliche Veränderung im Sinn hast und wissen möchtest, wie du Arbeit findest, die du liebst, habe ich einen Buchtipp für dich:

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