Finde deine Berufung: Elmar Haker

Finde deine Berufung und dein Leben wird sich verändern: Elmar Haker (32) ist überall auf der Welt zu Hause. Mit dem Holländer habe ich mich über seinen Weg zum Unternehmer unterhalten, aber auch über die Berufung und die Notwendigkeit des Scheiterns. Diesmal lasse ich Elmar selbst sprechen. Viel Spaß beim Lesen!

„Bevor ich angefangen habe Humangeografie zu studieren, hatte ich nicht wirklich über das Warum nachgedacht. Ich dachte, es wäre ein interessantes Themengebiet. Was ich damit werden wollte, wusste ich nicht.

Was ich aber nach dem Master wusste: Ich wollte reisen. Also ging ich für ein halbes Jahr nach Südostasien – und kam zurück nach Holland, um das zu tun, was alle tun: sich einen Job suchen und arbeiten. Und ich muss sagen: Mein Job war wahrlich uninspirierend.

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Außerdem habe ich gemerkt, dass ich mein eigener Boss sein will. In der Firma, für die ich arbeitete, bekam ich die Gelegenheit, mich für ein Gründerprogramm zu bewerben. Mit einem Freund wollte ich ein Unternehmen aufbauen, doch es hieß, ich sei nicht bereit, Unternehmer zu sein.

Wie kann es sein, dass dir jemand anderes sagt, ob du bereit bist oder nicht? Unternehmer zu sein bedeutet doch voranzugehen.

Also entschied ich, das zu tun, was ich tun wollte – und habe ein Jahr lang die Welt bereist.

Glücklicherweise hatte ich dafür genug Geld, ich hatte gespart. In Asien begann ich lokale Künstler zu unterstützen: Ich habe das ,Global Trade Project’ gegründet und sie mit Käufern aus dem Westen zusammengebracht.

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Es war ein großartiges Jahr, ich habe eine Menge interessanter Menschen getroffen und war – was mein Projekt anging – sehr ehrgeizig. Aber ich hatte nicht das Gefühl, etwas zu bewirken. Außerdem war ich nach diesem Jahr pleite.

Zurück in Holland lieh ich mir Geld, weil ich einen WordPress-Service anbieten wollte. Zuvor hatte ich gelernt, wie man WordPress-Seiten baut. Anfangs habe ich fast für umsonst gearbeitet, um Erfahrungen zu sammeln. Aber nach drei Monaten verdiente ich genug, um davon leben zu können.

Ich war glücklich über mein Einkommen als Selbständiger, aber nicht sehr glücklich. Ich verliebte mich – und war der glücklichste Mensch der Welt. Aber leider funktionierte es nicht und dann war ich der traurigste Mensch der Welt.

Meinen nächsten Schritt würden einigen Weglaufen nennen.

Aber meine Leidenschaft ist Reisen, also ging ich wieder ins Ausland. Und ich dachte, es wäre doch cool, wenn ich das mit anderen teilen könnte.

In Uganda startete ich das Projekt ,Flaks!’, um lokalen Unternehmern zu helfen. Es kostete mich Geld, aber ich sah einen Wert darin. Außerdem lernte ich so mehr Menschen kennen, Menschen, die nonstop reisen und von überall auf der Welt arbeiten.

Ich stellte fest, dass es eine Menge solcher digitaler Nomaden gibt – und das war großartig, weil ich mich sonst immer als Reisender allein gefühlt habe.

Ich ging nach Spanien, um mein Spanisch zu verbessern. Dort organisierte ich eine Workation, eine Art gemeinsamen (Arbeits-)Urlaub für digitale Nomaden. Niemand meldete sich dafür an.

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In Malaga traf ich Johannes Völkner, der heute unter anderem Kreuzfahrten für digitale Nomaden anbietet. Durch ihn lernte ich das Kite-Surfen kennen. Ich machte einen Kurs und entdeckte meine Leidenschaft fürs Kite-Surfen. Also hatte ich die Idee, Workations in Tarifa mit dem Kite-Surfen zu verbinden. Dafür steht ,Flaks!’ heute.

Im Moment tue ich jeden Tag das, was ich gern tue.

Und das kannst du auch: Finde deine Berufung und du wirst ein anderer Mensch. Ein glücklicherer Mensch. Ich bin unterwegs in der Welt, lerne eine Menge Menschen kennen und bringe Leute zusammen, die ihren Horizont erweitern wollen. Ich habe immer wieder neue Ideen. Und darum geht es, wenn du erfolgreich sein willst: Du probierst etwas aus und schaust, ob es dir gefällt und ob es funktioniert.

Ich mag es, ein Pionier auf einem Gebiet zu sein, ein lebensveränderndes Projekt auf die Beine zu stellen. Mittlerweile habe ich mein ,Global Trade Project’ in ,Global Talent Project’ umbenannt, weil es um die Menschen und ihre Fähigkeiten geht – und weniger um den Handel an sich.

Was ich mache, tue ich, weil ich die Interaktion mit anderen Menschen brauche. Ich lerne gern, vor allem von anderen Menschen.

Ich möchte erfolgreich sein, aber auf meine Weise.

Ich kenne Menschen, die ,Flaks!’ zu einem großen Projekt machen könnten. Aber ich treffe Entscheidungen aus dem Bauch heraus, nach meinen Gefühlen – und ,Flaks!’ zu vergrößern fühlt sich einfach nicht richtig an.

Ich bin gut darin, Webseiten zu bauen, Menschen zusammenzubringen. Und ich bin immer noch ein bisschen auf der Suche nach weiteren Talenten, ich experimentiere gern, probiere aus. Deshalb glaube ich nicht, dass jeder nur eine Berufung hat.

Wovon ich überzeugt bin: Du musst deiner inneren Stimme folgen, dich selbst kennen und deine Leidenschaft, um deine Berufung zu kennen.

Es hilft da wirklich, Dinge zu testen und auch mal auf die Nase zu fallen. Das lässt dich wachsen.

Zu scheitern ist überhaupt nicht schlimm, es stärkt dich. Du solltest also keine Angst davor haben. Außerdem: Nimm nicht alles so ernst, du darfst auch Spaß haben. Finde heraus, was du wirklich magst und versuche nicht, Idealen hinterherzulaufen, die vielleicht gar nicht die deinen sind.

Vergleiche dich nicht mit anderen, jeder hat seine eigenen Ansichten. Digitale Nomaden betrachten Menschen, die in Büros arbeiten, hin und wieder als Idioten.

Aber jeder findet Erfüllung in etwas anderem, jeder hat seine eigenen Träume.

Jeder hat hin und wieder auch seine schlechten Zeiten, ist auch mal traurig. Ich finde, man braucht diese Downs, um zu verstehen, wie viel es im Leben gibt, das dich glücklich macht. Mich macht Kite-Surfen glücklich, Dinge zu kombinieren – und guter Kaffee.

Wenn es mir nicht gut geht, bin ich kreativ, experimentiere herum. Damals, als mein Herz gebrochen wurde, habe ich angefangen Gitarre zu spielen, ich habe ,Flaks!’ aufgebaut, war aktiv.

Wenn du nur herumsitzt und dich selbst bemitleidest, bringt dich das nicht weiter.

Im Moment bin ich an einem Punkt, an dem ich wieder ein neues Projekt brauche. Wie mein Leben in fünf Jahren aussehen wird? Ich habe keine Ahnung – und das ist wahrscheinlich am besten so.

Ein Buch, das mich inspiriert hat, ist ,Die 4-Stunden-Woche“ von Tim Ferriss. Es ist wirklich gut, wenn du dein Leben verändern möchtest und nach anderen Möglichkeiten Ausschau hältst.“

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