Bestimmung finden durch Reisen: Sara Richter

Sie hat nie darüber nachgedacht, was sie werden will. Doch ihre Liebe zum Reisen hat sie zu dem geführt, was sie gern macht. Eine Geschichte über Sara Richter (28) und darüber, wie man auf Reisen seine Bestimmung finden kann.

In jungen Jahren hat sich Sara nie wirklich Gedanken darüber gemacht, was sie werden will. Bestimmung finden? Nö. Nach dem Abi war sie erstmal ein Jahr lang auf einem Backpacking-Trip in Australien und das war das Richtige für sie. Danach hat Sara in Rosenheim BWL studiert. 

Das Fach fand die heute 28-Jährige nie wirklich spannend, schon eher ihren Schwerpunkt „Marketing“. Aus Liebe zum Reisen und aus der Lust, die Welt zu entdecken, wollte sie im Studium ein Praktikum auf einer Insel machen.

Und 60 Bewerbungen später bekam sie einen Praktikumsplatz auf Hawaii. Diese Insel ist für sie rückblickend betrachtet der Schlüssel zu sich selbst. Nach dem Praktikum hat Sara neben dem Studium in einer Sportmarketingagentur in München gearbeitet und dort nach ihrem Uni-Abschluss eine Festanstellung bekommen.

Doch schon ein halbes Jahr später kündigte sie.

„Ich hatte den perfekten Job, viele Reisen, gute Karrierechancen, gutes Geld aber ich wollte mehr – ich wollte wieder nach Hawaii“, sagt sie. Dort entdeckte sie ihre Liebe zum Tauchen und ließ sich zum Divemaster ausbilden.

Weil es sie doch wieder in die „Businesswelt“ zog, ging Sara nach Berlin. Sie wollte sich selbst und ihre Bestimmung finden. Sie wollte ergründen, was sie wollte. Nach vielen Partys, Unentschlossenheit und zu vielen Gedanken beschloss sie, nach Asien zu gehen. China.

„China hat viele Jobmöglichkeiten, ich dachte, vielleicht werde ich dort glücklich“, sagt die junge Frau.

Warum China? Sie habe sich einfach gefragt: „Was ist mir im Moment wichtig?“ Die Antwort war: sowohl warmes Wetter, die Nähe zum Ozean als auch eine Karriere. Sara bekam einen tollen Job in Shanghai – und war bereit. Doch vor Ort sagte ihr die Firma kurzfristig ab. Weil sie überall hin wollte, außer zurück nach Deutschland, flog Sara nach Bali. „Eine Freundin von mir war dort und ich wusste ich kann bei ihr Halt finden und einen klaren Kopf bekommen.“

Wieder in China bewarb sie sichauf Jobs und trat eine Stelle in Hongkong an. „Schnell habe ich aber gemerkt, dass der Job mich nicht glücklich macht und ich Bali vermisse“, erinnert sie sich. Das Unternehmen in Hongkong bot ihr an, als Freelancerin zu arbeiten. So wurde Sara zur freiberuflichen Marketingexpertin.

Sie sagt, sie will gerne verstehen, warum Menschen denken wie sie denken und was die Probleme sind. „Vor allem bei Start-ups sieht man oft die Energie, die Leidenschaft, das Feuer – aber die Leute wissen nicht wirklich, wie man das aufs Papier bringt und kennen oft ihre Zielgruppe nicht. Kurzum: Die Strategie ist oft das, was fehlt. Und da setze ich an“, sagt Sara.

Sie hilft anderen dabei, Ideen zum Leben zu erwecken und für die Zielgruppe verständlich zu machen.

Außerdem arbeitet sie als Texterin. Im Moment führt die junge Frau ein Leben zwischen Bali und Hongkong. Zwei Monate hier, zwei Monate dort. „Ich kann mich nicht entscheiden, wo ich sesshaft werden will – und das muss ich auch nicht“, sagt sie.

Sie lebt eine Freiheit, von der viele Menschen träumen. Sie hat sich ein Leben geschaffen, das zu ihr passt.

Sara hat ihr eigenes Unternehmen in Hongkong gegründet und erweckt im Moment zusammen mit ihrem Geschäftspartner das Projekt „HSH Bali“ zum Leben. HSH steht für „Home Sweet Home“ und ist eine Online-Booking-Plattform für lokale Bungalows, Gästehäuser und Homestays auf Bali. „Hier gibt es so viele Homestays, aber die Einheimischen haben keine Ahnung, wie die Online-Welt funktioniert. Wir bringen die Locals mit den Touristen zusammen. Wir haben nicht nach einer Idee gesucht, sondern nach einer Lösung“, erklärt die 28-Jährige.

Für sie ist weniger das ortsunabhängige Arbeiten als vielmehr das flexible Arbeiten wichtig. „Wenn ich nicht tauchen gehe, probiere ich mich im Surfen und erkunde die Natur – im Moment allerdings arbeite ich am liebsten. Mein Job ist momentan so etwas wie meine Bestimmung“, stellt Sara fest.

Sie ist überzeugt, dass es für sie mehrere Bestimmungen gibt, jede für sich zeitlich begrenzt. „Ich denke, dass man so immer in Bewegung bleibt. Meine Bestimmung jetzt ist, das Projekt ,HSH Bali‘ auf die Welt zu bringen. Ich habe schon die nächsten Ideen wie es damit weitergeht und irgendwann will ich eine Familie.“

Bestimmung ist für Sara etwas Wandelbares.

Sie hält es für sehr wichtig, eine Bestimmung zu haben. „Ich möchte einen Zweck meiner Existenz haben, schließlich hat man nur ein Leben und das kann ziemlich oft ziemlich großartig sein, aber eben nur, wenn man hinter allem steht, was man tut und mit sich selbst im Reinen ist“, sagt sie. 

Aber auch wenn der Marketingexpertin ihre Freiheit extrem wichtig ist, denkt sie nicht, dass jemand in seinem „9 to 5“-Job nicht frei sein kann. „Nein, Freiheit bedeutet Denken. Herausfinden, was man will, und das dann machen. Freiheit ist Ehrlichkeit für mich.“

 

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