Seine Bestimmung finden: Hairstylistin Steffi

„Man sollte Dinge aus Leidenschaft tun. Dann kommt das Geld von allein“, sagt Steffi. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, wie man seine Bestimmung finden kann. Nach einigen Umwegen lebt sie ihre Berufung und verschönert Frauen in ihrem Hair-and-Beauty-Salon in Essen. Hier kommt ihre Geschichte.

So viele Abiturienten haben während der Schulzeit keine Ahnung, welchen Beruf sie ergreifen sollen und wie sie ihre Bestimmung finden. Was studieren? Welche Ausbildung? Auch Steffi hatte keinen Plan. Mit 19 wollte sie eigentlich ins Ausland und die Welt entdecken. „Aber ich hatte nicht die finanziellen Möglichkeiten“, sagt sie im Interview. Ihre Eltern, selbst Arbeiter, rieten ihr, studieren zu gehen. Etwas Handfestes zu lernen, damit sie später eine Büroarbeit macht, die leichter ist. Sie sagten: „Wenn du einen guten Job hast, hast du Geld, um alles zu tun, was du willst.“

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Steffi hörte auf sie. Sie selbst fand das zu dem damaligen Zeitpunkt ja auch richtig. Ein Freund erzählte ihr von seinem Studium. Bauwesen. Eigentlich hatte sich Steffi nie sonderlich für diesen Bereich interessiert. Aber es schien ihr klug, auch Bauwesen zu studieren. Etwas anderes, „weil ich ein bisschen verrückt bin“, sagt sie.

Unglücklich im Job

Gleich nach der Uni hatte Steffi ihren ersten „richtigen“ Job. Ingenieurin und Jungbauleiterin in einem Bauunternehmen. Doch die männlichen Kollegen machten es ihr nicht leicht. Anzügliche Kommentare, ein aufbrausender Chef. „Ich dachte: Das ist nicht das, was du wolltest“, sagt Steffi. Nach zwei Monaten kündigte sie.

Und fing bei einem anderen Unternehmen an. Prestigeträchtiger Job, gute Bezahlung, Festvertrag. Kein Türgeknalle, keine primitiven Kommentare zu ihrem Aussehen. „Aber es war sehr steif, es gab keinen richtigen Zusammenhalt“, erinnert sie sich. „Viel gelacht wurde nicht, es herrschte eher schlechte Stimmung. Und wegen jeder Kleinigkeit gab es Ärger untereinander“, sagt Steffi.

Sie stellte fest, dass sie eine lockere Arbeitsatmosphäre braucht. Ein gutes Verhältnis zu ihren Kollegen und Vorgesetzten. Kein starres Korsett. Doch erstmal blieb sie in ihrem Job. Was sonst sollte sie auch tun? Sie wusste es nicht.

Seine Bestimmung finden nach einer Krankheit

Eine Verletzung am Fuß änderte dann alles. Steffi tanzt seit etwa vier Jahren Salsa, gibt Salsa-Unterricht im Unperfekthaus in Essen. Doch der Stress im Job forderte seinen Tribut. Ihr Fuß entzündete sich, für Steffi begann eine Odyssee der Arztbesuche. Und jeder stellte eine andere Diagnose.

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Während dieser Zeit arbeitete Steffi von Zuhause. „So hatte ich etwas Distanz zu der Firma“, sagt sie. Und sie fragte sich: „Ist DAS wirklich, was ich wollte?“ Die Antwort war „nein“. Sie hatte sich die Zusammenarbeit im Team anders vorgestellt, sie wollte selbständiger arbeiten, freier. Sie wollte gestalten, schon immer. Sie stellte außerdem fest, dass es an ihrem Wesen lag, dass sie sich nicht in ihre Jobs hatte einfinden können. Dass sie einfach etwas anderes brauchte.

Mehr Spaß im Leben

Kurze Zeit nach dem Entschluss, ihren Job als Ingenieurin an den Nagel zu hängen, heilte Steffis Fuß. Zwei Wochen nachdem der Gips ab war, stand sie auf der Tanzfläche und gab wieder Kurse. „Ich habe gemerkt, dass man im Leben das tun muss, was einem Spaß macht, und nicht, was die Gesellschaft oder das Elternhaus von einem verlangt. Sonst bist du nicht glücklich.“

Was sie beruflich glücklich machen würde, sollte Steffi noch herausfinden. Über einen weiteren Umweg. Sie hatte sich aufgrund ihrer Erfahrungen für die Selbständigkeit entschieden. Größere Freiheiten, mehr Gestaltungsfreiraum. Einige Monate lang arbeitete sie als Immobilienmaklerin. „Ich dachte, aus dem Bauingenieurwesen heraus ist das ein Bereich, in dem ich mit meinem Wissen ernstgenommen werde“, sagt Steffi.

Umweg als Immobilienmaklerin

Doch es zeigte sich, dass für die Kaufinteressenten nicht nur das Aussehen eines Hauses eine wichtige Rolle spielt, sondern auch die äußere Erscheinung des Maklers. Steffi ist relativ klein, wirkt jung und ist sehr zierlich. Schlechte Voraussetzungen für die Immobilienbranche, wie sie gelernt hat.

Sie wollte etwas anderes. Denn eines hat sie auch noch verinnerlicht:

„Ich muss mich nicht durchs Leben kämpfen, das muss nicht sein. Du kannst dein Leben frei gestalten, es ist eine Illusion, dass man Dinge tun muss, die von einem verlangt werden. Man macht die Dinge eh besser, wenn das Herz dabei mitspielt.“

Die Idee eines eigenen Hair-and-Beauty-Studios war geboren. Denn Steffi hat sich schon immer für die Beauty-Branche interessiert, Freundinnen geschminkt, ihnen die Haare gemacht. Die Haarverlängerungstechnik, die sie in ihrem Salon in Essen anbietet, hat sich vor Jahren selbst kennengelernt und schwört darauf. Sie recherchierte und erhielt die Lizenz, die patentierte Methode anwenden zu dürfen.

Berufung finden, glücklich sein

Für ihre Leidenschaft, ihre Berufung gibt Steffi alles. Ihre Familie hat dafür kein Verständnis gezeigt. „Die meinen, ich sei verrückt, weil ich so viel aufgegeben habe“, sagt Steffi. Für sie kommt es jedoch nur darauf an, ob sie glücklich ist. Und in ihren vorherigen Jobs war sie es nicht. Im Gegenteil. „Meiner Meinung nach macht Geld allein nicht glücklich. Glück ist das, was du IN DIR findest. Keine äußeren Dinge, das ist vergänglich. Das kannst nur du beeinflussen, nur du allein.“

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Je mehr sich Steffi auf das Positive fokussierte, umso mehr positive Menschen kamen in ihr Leben. Unterstützer, Mentoren, gute Freunde. Sie fühlt sich heute so viel reicher als noch vor ein paar Jahren. Reicher an großartigen Menschen, an großartigen Momenten, an Glück und Zufriedenheit. Seine Bestimmung finden – das könne jeder. 

Das Glück ist ganz nah

Und: Ja, sie muss auch hart arbeiten, um ihre Selbständigkeit auf solide Füße zu stellen. „Der Weg ist lang und man darf das Ziel nicht aus den Augen verlieren“, sagt sie. Ihr Ziel ist immer noch: die Welt sehen. Reisen. Steffi will nach Thailand. Deshalb überlegt sie, ihr Unternehmen in den Online-Bereich zu verlagern. Sich selbst herauszuziehen, von überall arbeiten zu können.

Mehr denn je lebt Steffi im Hier und Jetzt. Sie lebt ihre Berufung, sie liebt das Kreative, das Schöne, das sie in ihrem Leben und ihrem Studio erschafft.

Wenn mal etwas schief läuft, wenn Steffi Zukunftssorgen bekommt, nimmt sie sich Zeit für sich, besinnt sich darauf, was sie wirklich will. „Ich erinnere mich, wieso ich mein Studio eröffnet habe, spreche mit Menschen, die mich unterstützen. Ich entscheide mich nicht für die Angst, sondern für die Liebe.“

Steffis Buchtipps:

„Auf ein Wort – Eine Reise zum Gipfel der Philosophie“ von Rudi Berner

„The Secret – Das Geheimnis“ von Rhonda Byrne

Steffis Videoempfehlung:

„Wer du wirklich bist“ (Eckhart Tolle)

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2 Comments

  • Reply Anabell Schuchhardt 1. Oktober 2016 at 20:48

    Ein wunderbarer Beitrag und ein tolles Beispiel dafür, was passiert, wenn man den Mut findet, seine Berufung zu leben! Alle halten einen für verrückt, doch man selbst gewinnt so viel: Glück, Erfolg und Gesundheit. Wir sollten ein ganzes Buch mit solch wundervollen Beispielen füllen!

    • Reply journalito 4. Oktober 2016 at 20:04

      Vielen Dank.
      Ich finde auch, dass solche Geschichten erzählt werden müssen…
      Liebe Grüße
      Katharina

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