Berufliche Erfüllung: Kreativnomadin Brigitte W. Karasek

Berufliche Erfüllung zu finden ist im Grunde gar nicht schwer. Viele Menschen folgen ihren Träumen und gestalten ihr Leben, so wie es sich für sie am besten anfühlt. Menschen wie Brigitte W. Karasek. Sie ist nach vielen Jahren der Suche glücklich. Hier kommt ihre Geschichte.

Jeder Mensch hat einen Seelenplan, dem er folgen sollte. Das sagt Brigitte voller Überzeugung. Sie sagt auch, dass wir uns selbst unnötig quälen, wenn wir uns von anderen Menschen oder der Gesellschaft in eine Rolle zwängen lassen, die nichts mit diesem Seelenplan zu tun hat.

Brigitte selbst hat schon als Kind für ihr Leben gern gezeichnet und geschneidert. Sie hat unzählige Blätter vollgemalt und dabei die Zeit vergessen. „Meine Eltern haben das leider falsch interpretiert und sagten: Sie muss in ein Büro, so viel Papier, wie sie produziert“, sagten sie. In Brigittes Umfeld war es undenkbar, dass man mit der Kunst Geld verdienen könnte. Also machte sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau und landete tatsächlich in einem Büro.

Geld – ja, berufliche Erfüllung – Fehlanzeige

Bis zu ihrem 29. Lebensjahr ist Brigitte dabei geblieben. Sie machte Weiterbildungen – und Karriere. Das Geld war da, aber so wirklich zufrieden war sie nicht. Zwischendurch erinnerte sie sich daran, was ihr Freude bereitet und ließ sich zur Landschaftsmalerin ausbilden. Ansonsten hat sie viel über Bilanzbuchhaltung und Betriebswirtschaft gelernt und viel gearbeitet.

Weil die berufliche Erfüllung fehlte, suchte sie nach Alternativen. Mit 30 begann sie eine Ausbildung zur psychologischen Astrologin und eröffnete hiernach ihre Beratungspraxis. Sie wurde Mutter, stieg vorerst aus dem Job aus und widmete sich der Malerei.

Ein wenig scheint es, als hätten glückliche Fügungen dazu geführt, dass Brigitte zu dem zurückkam, was sie erfüllt. Alles war einfach.

Denn ihr damaliger Lebenspartner arbeitete als Unternehmensberater und sie hatte sehr schnell Aufträge für großformatige Werke von Firmen. Brigitte hat das Kreative wieder in ihr Leben geholt – durch bestimmte Entscheidungen und Schritte. Seit 1999 gibt sie Workshops in den Bereichen Malerei und Objektbau.

Eine andere Leidenschaft lebt Brigitte auch seit einigen Jahren: „Das Fernweh hatte mich schon seit meiner Jugend in den Fängen, und ich wollte bereits mit 18 Jahren in den Süden auswandern“, sagt sie. Deswegen ist sie viel gereist, mit Beduinen durch die Sahara gewandert, hat Tempel in Thailand besucht, Malreisen nach Italien und Spanien veranstaltet – und so ihre unterschiedlichen Interessen kombiniert.

Dass das möglich ist, zeigen verschiedene Beispiele. Jenes von Joe Löhrmann etwa, der mit seinem Klavier durch die Welt reist und unter freiem Himmel spielt.

Heute ist Brigitte eine kreative Nomadin, die mal einige Monate auf Mallorca lebt, mal in Asien. Sie arbeitet eine Zeit lang in Deutschland oder Österreich und fliegt dann wieder um die Welt. Für 2017 stehen Marokko und Portugal auf ihrer Reiseliste, Burma, Laos und die Insel Flores in Indonesien.

Sie macht Dinge, die ihr wichtig sind, die ihr Spaß machen, die sie weiterbringen. So wie ihr Blog „Kreativnomaden“, mit dem sie anderen Menschen Mut machen möchte. Sie möchte zeigen, dass jeder Mensch auf diesem Planeten das Recht hat, seine Berufung zu entdecken und ihr zu folgen. „Und dass wir dann kein Haufen von Egoisten wären, sondern ganz im Gegenteil: eine rundherum glückliche, neidlose und in Liebe lebende Menschheit.“

„Tue, was du liebst, und du brauchst keinen Tag mehr zu arbeiten“ – das ist für Brigitte pure Wahrheit.

Allerdings ist es nach ihrem Verständnis eine Kopfentscheidung, das zu tun, was einem berufliche Erfüllung bringt. Auch sie hatte früher keine Ahnung davon, wie es ist, ein freies und glückliches Leben zu führen. „Meine Eltern hatten sich seit ihrer Jugend abgerackert und mir vermittelt, dass das Leben eben so ist. Dass es keine Alternative gibt“, sagt Brigitte.

Deswegen empfand sie es eine lange Zeit als Privileg, in gepflegter Kleidung am Schreibtisch zu sitzen und einer Arbeit nachzugehen, die körperlich nicht anstrengend war. „Aber die Arbeit ergab keinen Sinn“, sagt Brigitte. Sie hat irgendwann für sich entschieden, dass sie nicht bis zur Rente im Büro bleiben würde.

Sie sagt: „Wenn du etwas tust, was nicht deine Aufgabe in deinem Leben ist, dann kommst du nicht in deine Mitte, in deine Stärke.“

Und genau hier sieht sie den Grund dafür, wieso wir in der Schule auf das Angestelltendasein vorbereitet werden. Wieso das System uns in Schubladen stecken möchte, so Brigitte: „Ein Mensch, der in seiner Stärke ist, ist unglaublich gefährlich. Er konsumiert nicht mehr, er lässt sich nicht programmieren und manipulieren. Er lebt und entfaltet sich.“ Und wie soll es dann mit unserer Wirtschaft weitergehen, die nur auf Wachstum bedacht ist?

Auch auf ihren Reisen hat Brigitte immer wieder erlebt, mit wie wenig Menschen glücklich sein können. Glück liegt nicht in materiellen Gütern, sondern im Zwischenmenschlichen. Oder in einer Aufgabe, die du mit Freude und Herzblut ausführst. Sicher müssen wir alle Geld verdienen, um Miete und Essen zu bezahlen. Die Frage ist: Wie viel brauchen wir? Wie viel von allem brauchen wir, um wirklich glücklich zu sein?

Brigitte wird in ihren Malkursen oft gefragt, wie sie den Sprung in ihre berufliche Erfüllung geschafft hat.

Dabei stellt sie immer wieder fest, dass sehr viele Menschen ganz genau wissen, was sie gern tun würden, was ihre Augen zum Strahlen bringt. „Doch umgehend kommt das große ABER, weil die meisten den sicheren, aber ungeliebten Job der Ungewissheit und der enormen Anstrengung, die mit der Verwirklichung von Visionen einhergeht, vorziehen“, sagt Brigitte.

Die Angst bremst uns aus. Sie stellt die Leidenschaft für eine Sache oder Aufgabe in den Schatten und lässt uns vergessen, dass wir der Welt etwas anzubieten haben. „Ich glaube, Berufung ist da, wo sich Angst, Interesse und Fähigkeiten treffen“, sagt Brigitte.

Und weil wir uns im Laufe des Lebens verändern, darf sich auch unsere Berufung entwickeln. Sie ist nicht in Stein gemeißelt. Also lebe, folge deinen Impulsen.

Mit ihren Malkursen hat Brigitte vor etwa 18 Jahren angefangen, weil sie in einem großen Haus mit Atelier lebte und Freundinnen hatte, die auch gern malen wollten. „Also habe ich sie alle eingeladen und sie waren so begeistert von den abendlichen Treffen, dass ich rasch weiterempfohlen wurde. Später sagten Kursteilnehmer, dass sie lieber tagsüber malen wollten.

Das Leben ist ein Fluss. Er bringt uns immer irgendwohin. Auch wenn dein beruflicher Werdegang dich in eine Situation gebracht hat, aus der du derzeit keinen Ausweg siehst: Es gibt immer eine Alternative. Du kannst dir jederzeit einen anderen Job suchen. Du kannst auch in deiner Freizeit anfangen zu entdecken, was deine Talente sind und wie du sie gewinnbringend – finanziell, aber vor allem auch geistig – einsetzen kannst.

Unsere Talente zeigen sich oft schon sehr früh. So wie bei Brigitte, deren große Stärke es ist, sich in Menschen hineinfühlen zu können.

Doch leider werden solche Talente selten erkannt und noch seltener gefördert. Oft genießen wir eine Erziehung, die auf Leistung ausgerichtet ist. Brigitte hat sich viele Jahre darüber definiert, was sie alles gleichzeitig machen konnte. 70-Stunden-Wochen gehörten für sie zur Normalität, denn sie hatte wie viele andere Menschen verinnerlicht, dass aus ihr etwas werden sollte.

Aber: Wir sind jederzeit vollkommen. Ja, wir dürfen lernen und unsere Erfahrungen sammeln, keine Frage. Jedoch lernt jeder anders. Jeder hat sein eigenes Tempo. Und dass der eine schneller lernt als der andere, heißt nicht, dass der eine klüger ist – oder besser. Er ist nur anders.

Brigitte sagt: „Wenn du die Chance auf ein erfülltes und glückliches Leben ergreifen willst, musst du deine Erziehung hinterfragen – und loslassen.“

Deshalb lautet ihr Motto: einen Scheiß muss ich. Dieser Satz erinnert sie immer wieder daran, dass wir selbst entscheiden, was wir tun und was nicht. Dass wir unsere Freiheit wählen können – jederzeit.

Wenn du auf der Suche nach mehr Sinn im Leben bist und deine Berufung finden möchtest, solltest du nach Brigittes Worten mit einer rigorosen Bestandsaufnahme über dein Leben starten. Dafür brauchst du Zeit und Ruhe. Schreib in ein Notizbuch oder sprich in ein Diktiergerät, wie dein Leben momentan aussieht, wie dein Traumleben sein könnte.

Willst du noch mit deinem Partner zusammenleben?

Willst du in deinem Job bleiben?

„Sei ganz ehrlich zu dir selbst. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Du hast es verdient, dir die Wahrheit zu sagen“, sagt Brigitte. Wenn du eine Beziehung aus Angst vor dem Alleinsein aufrecht erhältst, dann ist das in Ordnung. Aber mache es dir bewusst und rede dir nicht ein, es wäre Liebe. Wenn du einen Job nur des Geldes wegen machst, dann ist auch das in Ordnung. Aber mache dir bewusst, dass DU SELBST die Entscheidung triffst, in dem ungeliebten Job zu bleiben. „Nur durch das Annehmen der Wahrheit wirst du frei.“

Halte auf Papier, in einer Word- oder als Audio-Datei fest, was dich in deinem Hamsterrad hält. Vielleicht gibst du zu viel Geld aus. Denke darüber nach, welche Ausgaben überflüssig sind, was du gekauft hast, ohne weiter darüber nachzudenken oder um andere zu beeindrucken. Ein bewusster Umgang mit deinem Geld ist laut Brigitte ein wichtiger Schritt aus deinem Hamsterrad.

Frage dich weiterhin, was du von Herzen gern machst. Was würdest du tun, wenn Geld keine Rolle spielte?

Da liegt deine Berufung. Da liegt deine berufliche Erfüllung. „Vielleicht verdienst du mit ihr weniger als in deinem jetzigen Job. Aber glaube mir, du wirst viel weniger benötigen und es wird dir herzlich egal sein, was andere über dich denken“, sagt Brigitte. Wenn du weißt, wofür du jeden Morgen aufstehst, warum du auf dieser Welt bist, wird alles einfach. Du wirst erfolgreicher und vor allem glücklicher, weil du für deine Aufgabe brennst.

Alles Gute für deinen Weg – wie auch immer er aussehen mag.

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4 Comments

  • Reply Axay 16. Februar 2017 at 7:13

    Wow! Ein absolut inspirierender und wertvoller Artikel, der mir grade absolut ins Leben spricht! Danke dir dafür!

    • Reply journalito 16. Februar 2017 at 10:08

      Vielen Dank für deine Worte.
      Alles Gute für dich.

  • Reply Anna-Sophie 1. März 2017 at 11:15

    „Das Leben ist ein Fluss“ – Wie wahr! Ein wundervolles und inspirierendes Porträt, liebe Katharina!

    • Reply journalito 1. März 2017 at 11:22

      Vielen Dank. Ich freue mich, wenn dich die Geschichte anspricht.
      Liebe Grüße
      Katharina

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