Lebensaufgabe finden: Daniela Große

An den Unis dieser Welt lernen Studenten so viel – und doch so wenig. Weil sie oft nur für Scheine lernen. Für Prüfungen oder sogar für Dozenten. „Könnte man Lebenskunst studieren, wäre das genau mein Ding gewesen“, sagt Daniela Große (37). Die Dresdnerin wollte ihre Lebensaufgabe finden und ist über viele Umwege zu dem gekommen, was sie als ihre Berufung betrachtet: Sie schreibt Bedienungsanleitungen. Fürs Leben.

Lange bevor sie zu ihrer Berufung fand, hatte Daniela aus Vernunftgründen Ingenieurwesen im Bereich Wasserwirtschaft studiert. Nach einem halben Jahr im Job die Ernüchterung: Es sei traurig gewesen, ihr Herz verkümmern zu sehen. „Allem, was ich dachte, fühlte und tat, fehlte die Seele – meine Seele“, sagt die Texterin.

Also probierte sie andere Dinge aus: „Ich habe mich dann immer für das entschieden, was an meine Tür klopfte: eine Familie gründen, Künstlerpuppen nähen, ein Haus sanieren, Büroarbeit machen, putzen gehen, Webseiten programmieren, mich scheiden lassen, Seminare besuchen, Gedichte schreiben, ALG II beantragen, mich selbständig machen, ein Ehrenamt übernehmen, Demenzgruppen führen, für einen Verein schreiben.“

Lebensaufgabe finden, das Beste aus seinem Leben machen

Ein Auf und Ab. Und mittendrin eine Frau, die sich noch finden, die ihre Stärke, ihren Weg, ihre Berufung, ihre Lebensaufgabe noch finden musste. „Wenn ich zurückblicke, dann erkenne ich, wie sehr mein beruflicher Werdegang mit meinem persönlichen Wachstum verknüpft ist“, sagt die 37-Jährige.

Ihre Vita – lückenhaft und voller Dinge, die scheinbar nicht zueinander passen – zeige auf den zweiten Blick ihre tiefere Schönheit: „meine Fähigkeit, mit dem Leben zu gehen und das Beste aus dem zu machen, was gerade da ist.“

Öffne dich, sei kein Kontrollfreak

Erst die Höhen und Tiefen, die Lücken haben sie erkennen lassen, was sie wirklich wollte: schreiben. Daniela bloggt, schreibt Gedichte und Geschichten, um andere Menschen zu inspirieren, ihren Weg zu gehen, ihre eigene Bedienungsanleitung fürs Leben zu erstellen.

Je mehr sie sich mit ihrer eigenen Situation beschäftigt hat, je näher sie sich selbst gerückt ist, umso klarer wurde ihr, was sie anderen geben möchte.

„Je mehr ich mich dem Leben öffne, desto mehr öffnen sich auch meine Webseiten und Angebote. Je weniger ich kontrolliere, was sich wie zu entwickeln und wann zu geschehen hat, desto mehr passiert von ganz alleine – auf eine für mich perfekte Art und Weise“, stellt die Dresdnerin fest.

Stelle dich deiner Angst, habe Vertrauen

Sie genießt heute die Freiheit, das zu tun, was sie will, wann und wo sie will. Kein Verbiegen. Keine Maske. Kein So-tun-als-ob. Dank ihrer Selbständigkeit beschäftigt sich Daniela mehr mit ihrem Innenleben, und kehrt es nach außen. „Ich lege die Finger auf meine Wunden“, sagt sie. „Ich heile mich selbst.“

Trotzdem ist die Bloggerin nicht ohne Angst. Nicht ohne Wut. Auch sie kämpft mit Schwierigkeiten. In der Welt der digitalen Nomaden und Solopreneure ist nicht alles rosig.

Das hat Tim Chimoy von „Earthcity“ vor kurzem wunderbar auf den Punkt gebracht. Aber aus all dem Negativen lässt sich etwas Gutes ziehen. „Hinter jeder Angst steckt ein Herzenswunsch“, sagt Daniela. „Wut verwandelt sich in Lebenskraft, die vorher unterdrückt war. Vertrauen ist eine universale Antwort auf alles.“

Erkenne das Potenzial, das in dir steckt

In uns allen schlummert ein Potenzial. Diese Flamme, die im Laufe der Jahre zu einem winzigen Flämmchen geworden oder gänzlich erloschen ist.

In uns selbst liegt die Antwort auf alle Fragen. In uns selbst finden wir all das, was wir suchen.

Es ist so einfach. Und doch so schwer. Weil der Blick nach innen mit Schmerzen verbunden ist. Aber er hat auch viel Gutes. „Ich finde es so spannend, herauszufinden, warum ich genauso bin wie ich bin“, sagt Daniela.

Sie lebt ihr Potenzial, sie wächst an ihrer Herzensaufgabe. Und auch du kannst deine Lebensaufgabe finden. Nimm dir Zeit, um in dich hineinzuhorchen. Nimm deine innere Stimme (wieder) wahr und erinnere dich an jene Dinge, die du in der Vergangenheit gern gemacht hast. Richte deinen Fokus auf die positiven Dinge, auf das Gute, das es in deinem Leben gibt. Erstelle eine Liste mit mindestens zehn deiner Stärken und/oder bitte nahestehende Menschen darum, dass sie einige deiner besten Eigenschaften aufzählen.

P.S. Falls du wissen möchtest, wie du deinen Lebensaufgabe finden kannst, habe ich einen Buchtipp für dich:

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