Im Ausland seine Bestimmung finden: Mary Demuth

Auswandern war für Mary Demuth (39) vor einigen Jahren noch absolut undenkbar. Heute fühlt sie sich in der Stadt Stenløse bei Kopenhagen wohl. „Das Leben im Ausland, und wenn es nur befristet ist, erweitert den Horizont“, sagt die zweifache Mutter. Ihre Geschichte handelt davon, wie man im Ausland seine Bestimmung finden kann. Und sein Glück.

In jüngeren Jahren wäre für Mary ein Umzug weiter als 30 Kilometer nicht in Frage gekommen. Doch dann lernte sie beim Après-Ski diesen netten Dänen kennen… Halt, stopp: Hier ist die Geschichte der zweifachen Mutter längst nicht zu Ende erzählt. „Kurz vor der Auswanderung war ich an einem Punkt angekommen, an dem ich mein Leben hinterfragte“, berichtet die studierte Betriebswirtin. Sie sei in eine persönliche Sackgasse geraten, habe sich in ihrem Job nicht mehr wohl gefühlt.

Wenn man seine Bestimmung finden will, muss man auf Signale achten

Zu jener Zeit fiel der heute 39-Jährigen in einer Buchhandlung ein Bildband über Skandinavien in die Hände. „Ich kaufte ihn und träumte mich mit Hilfe der wunderbaren Aufnahmen aus dem hohen Norden regelmäßig weg aus meinem Leben. Die Fotos strahlten genau die Ruhe aus, die ich so sehnsüchtig suchte“, sagt Mary.

Pendeln zwischen Frankfurt und Kopenhagen

Der Zufall oder das Schicksal wollte es dann, dass sie sich kurz nach dem Kauf des Bildbandes bei einem Skiurlaub in Österreich in den Dänen Mikkel verliebte. Nach einigen Monaten, in denen die Hessin zwischen Frankfurt und Kopenhagen pendelte, wagte sie den Schnitt und wanderte in die Heimat ihres Freundes aus.

„Im Rückblick kommt es mir gar nicht unbedingt so vor, als hätte ich die Entscheidung meiner Auswanderung eines Tages ganz bewusst getroffen. Vielmehr lag der Weg plötzlich einfach vor mir, klar und deutlich. Ich konnte gar nicht anders, als ihn einzuschlagen und ihm zu folgen“, so die Auswanderin.

Natur und Work-Life-Balance

Das war 2007. Und auch wenn Dänemark nicht Marys erste Wahl war – in ihrem Bildband stöbernd, hätte sie sich eher in Schweden gesehen –, gefällt ihr das Leben dort ausgesprochen gut. „Ich liebe die dänische Natur, insbesondere die verschiedenartigen Küsten und dass kein Ort im Land wirklich weit vom nächsten Fjord oder vom Meer entfernt liegt. Wenn ich am Meer bin, kann ich die Seele baumeln lassen, meine Sorgen verfliegen“, so die Vertriebskoordinatorin.

Abgesehen von der Fauna Dänemarks schätzt sie das gleichberechtigte Familienmodell im nordeuropäischen Land. Frauen seien dort keine „Rabenmütter“, wenn sie ihre Kinder mit einem Jahr in eine Krippe geben und Vollzeit arbeiten. Gleichzeitig seien Familie und Freizeit kein bloßer Nebenschauplatz, sondern haben ihren festen Platz neben dem Arbeitsleben.

Blog und Kurzgeschichten

Zusätzlich zu diesem schreibt die gebürtige Deutsche Kurzgeschichten, arbeitet am Sachbuch „111 Gründe, Dänemark zu lieben“ und bloggt auf www.4nordlichter.com über ihr Leben im hohen Norden. Und auch wenn sie hier so einige Eigenarten der Dänen offenbart: Es scheint, sie ist angekommen. Eine weitere Auswanderung – nach Deutschland oder in ein anderes Land – kann sich Mary nicht mehr vorstellen.

Ihren Schritt, die Zelte in ihrer Heimat abzubrechen, hat sie nie bereut. „Selbst wenn ich bereits nach einem halben Jahr wieder den Heimweg nach Deutschland angetreten hätte: Jede einzelne Woche hat mich um viele wertvolle Erfahrungen bereichert“, sagt die Bloggerin. Ihre Geschichte zeigt, wie man seine Bestimmung finden kann, wenn man sich örtlich verändert. Der Abstand zu ihrem Geburtsland sei hilfreich gewesen, um zu erkennen, wo die persönliche Reise hingehen soll. „Mal komplett raus aus der Komfortzone und sich eine neue aufbauen. Daran wächst man ungemein.“

Marys Tipps für alle, die auswandern wollen:

„Man sollte sich vorher über die Vor- und Nachteile des Landes informieren, sich bewusst machen, dass man sowohl Positives als auch Negatives erleben wird. Man sollte auf Heimweh vorbereitet sein, denn einiges aus der alten Heimat wird man unweigerlich vermissen, spätestens, wenn die erste Euphorie und Aufregung abgeklungen ist. Man sollte sich Zeit lassen, um richtig anzukommen. Und zu guter Letzt sollte man darauf vorbereitet sein, dass man sich eventuell wie zwischen den Stühlen fühlt. Auswanderer sind meist Exoten.“

 

P.S. Falls du wissen möchtest, wie du deine (berufliche) Bestimmung findest, habe ich einen Buchtipp für dich:

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