Was ist der Sinn meines Lebens: 9 Tipps

Was der Sinn meines Lebens? Stellst du dir hin und wieder die Frage? Wenn dem so ist, habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Die schlechte: Du bist an einem Tiefpunkt angelangt.

Was du tust und was du bist – alles erscheint dir sinnlos. Du weißt nicht, wozu du morgens noch aus dem Bett kommen sollst. Doch dieses Tal, in dem du steckst, hat auch etwas Positives.

Und damit kommen wir zur guten Nachricht: Es gibt einen Ausweg.

Ich möchte dir zeigen, dass dein Leben sehr wohl einen Sinn hat und wie du ihn erkennst. Denn seien wir ehrlich: Ohne Sinn im Leben bist du wie ein Schiff auf offenem Meer – bloß ohne Ziel. Der Kapitän hat die Brücke schon lange verlassen; er liegt in seiner Koje und trinkt Rum. Und wenn er nicht dort ist, steht er am Heck und erinnert sich an die Monsterwellen, die sein Schiff fast zerschlagen hätten.

Wenn ich zurückdenke, war es bei mir nicht anders. Vor einigen Monaten bin ich an einem Punkt angelangt, an dem es nicht vorwärts ging. In mir machte sich das Gefühl breit, dass mit mir etwas nicht stimmte. Auch ich habe mich gefragt: Was ist der Sinn meines Lebens? Ich habe ihn nicht gesehen – weder in meiner Arbeit, noch in meiner Beziehung und schon gar nicht in meinem ganzen Leben. 

Ich bin jeden Morgen aufgestanden und wusste nicht: wofür eigentlich?

Ja, sicher. Ich musste mich anziehen, mir die Zähne putzen, mich zurechtmachen, um ins Büro zu fahren. Und ein Außenstehender hätte mich für verrückt erklärt, denn ich hatte einen spannenden Job. Einen mit abwechslungsreichen Aufgaben, namhaften Kunden, tollen Kollegen. Wenn ich jedoch einen Arbeitstag hinter mir hatte, war jegliche Energie aus mir wie rausgesaugt.

Keine Motivation. Weder zum Lesen noch zum Schreiben. Keine Lust Sport zu machen oder spazieren zu gehen. Innerlich habe ich mich nach Ruhe in der Natur gesehnt. Doch nach Feierabend bin ich nie, wirklich NIE in die Natur gegangen. 

Stattdessen bin ich immer tiefer und tiefer gesunken: in Passivität, Lethargie. Ich ließ mich durch das TV-Programm beschallen, lenkte mich ab. Die Tage und Wochen vergingen – und ich hatte mich selbst verloren.

Vielleicht kommt dir das bekannt vor. Vielleicht fragst du dich auch: Was ist der Sinn meines Lebens? Vielleicht weißt auch du nicht, wie es weitergehen soll.

Ich versichere dir: Du bist a) nicht allein und hast b) alles Nötige, um den Sinn in deinem Leben zu erkennen.

Hier sind 9 Schritte dazu:

Schritt #1
Suche Entspannung
Als Erstes ist es wichtig, dass du dir Ruhe gönnst. Zeit für dich. Geh an die frische Luft, lass dich massieren, meditiere, mache Yoga, achte auf ausreichend Schlaf. Tu dir selbst etwas Gutes. Wenn dein Leben zu einem großen Teil aus Arbeit und Aufgaben im Haushalt besteht, hast du keinen Raum, um durchzuatmen und Energie zu schöpfen. Gönn dir jeden Tag mindestens zehn Minuten absolute Stille; in der Hektik und ständigen Beschäftigung ist es leicht, deine innere Stimme, den Ruf zu überhören. Und das führt uns zum nächsten Punkt.

Schritt #2
Höre in dich hinein
Nimm deine Gedanken und Gefühle bewusst wahr. Was beschäftigt dich? Was möchtest du in diesem Augenblick tun? Worüber denkst du nach? Sind es positive oder negative Gedanken, die in dir hochkommen? Beobachte einfach nur, was da ist. Auch wenn dir das merkwürdig vorkommt und du in der Stille erstmal überhaupt nichts wahrnimmst, bleib einfach mit geschlossenen Augen zehn Minuten sitzen oder liegen. Das reicht für den Anfang. 

„Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie andernorts zu suchen.“ (François de la Rochefoucauld)

Schritt #3
Sei nett zu dir selbst
Du bist wie du bist. Und du bist einzigartig. Es gibt keinen anderen Menschen mit deinen Fähigkeiten, deinem Charakter, deinem Aussehen. Schätze das. Lerne, das zu schätzen. Setz ein Lächeln auf, auch wenn dir nicht danach ist. Oft behandeln wir uns selbst nicht gerade gut, schimpfen über uns selbst, weil wir etwas falsch gemacht haben, sagen laut oder in Gedanken „Ich Idiot“ oder „Das ist ja mal wieder typisch, ich kriege nichts auf die Reihe“.

Solche Gedanken sind schädlich. Und mal ehrlich: Würdest du deinen besten Freund so behandeln? Wahrscheinlich nicht. Du würdest ihm sagen, dass Fehler menschlich sind. Dass er trotzdem ein toller Mensch ist, auch wenn ihm etwas Blödes oder Peinliches widerfahren ist. Wie wäre es, wenn du genauso gut von dir denken würdest? Wenn du dir deine Fehler oder Peinlichkeiten aus der Vergangenheit verzeihen würdest? Sei dir selbst ein guter Freund.

Schritt #4
Sei freundlich zu anderen

Wenn wir andere Menschen gut behandeln, fühlen wir uns auch selbst besser. Und dieses Nettsein spiegeln die anderen wiederum: Grüßen wir die Verkäuferin im Supermarkt freundlich, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit selbiges tun. Freundlich sein ist nicht schwer, es schafft vielmehr eine Leichtigkeit – in deinem Leben und auch im Alltag jener Menschen, die du gut behandelst.

„Nimm dir Zeit, freundlich zu sein: Es ist das Tor zum Glücklichsein.“ (Isländisches Sprichwort)

Schritt #5
Umgib dich mit positiven Menschen
Es gibt diesen Spruch, dass wir der Durchschnitt jener fünf Menschen sind, mit denen wir uns am meisten umgeben. Haben wir Personen um uns, die an allem herummeckern, die sich ständig ärgern und glauben, die ganze Welt hätte sich gegen sie verschworen, färbt das auf uns ab. Genauso verhält es sich, wenn unsere Nächsten gütig, freundlich, offen und herzlich sind. Achte also darauf, wie viel Zeit du Freunden oder Familienmitgliedern widmest, die dich an deiner Entwicklung hindern, die dir Energie rauben statt dir Flügel zu verleihen. Verbringe mehr Zeit mit Menschen, die dich unterstützen, die dich für deine Ideen schätzen statt diese zu verurteilen, die Möglichkeiten sehen statt Hindernisse.

Schritt #6
Bleibe im Hier und Jetzt

Häufig leben wir mit der Scham der Vergangenheit oder mit der Sorge vor der Zukunft. Beides lähmt und hindert uns daran, das Leben zu genießen. Der einzige Zeitpunkt, der wichtig ist und an dem du etwas erreichen kannst, ist JETZT. Nicht vor einem Jahr und auch nicht in zehn Monaten. Du hast nur das Hier und Jetzt. Akzeptiere deine Vergangenheit, sie ist ein Teil von dir und hat dich zu dem Menschen gemacht, der du bist. Sorge dich nicht um deine Zukunft, vertraue darauf, dass du es gut haben wirst. Dein Leben findet jetzt statt.

„Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft.“ (Heinrich von Kleist)

Schritt #7
Sei dankbar

Die meisten von uns streben nach mehr und schätzen gar nicht das, was sie schon haben. Wir wollen die Karriereleiter immer höher klettern, eine größere Wohnung, ein schickeres Auto, das unseren beruflichen Aufstieg symbolisiert. Wir beschweren uns über unsere Kinder und unsere Partner, wir meckern über Kollegen und lästern über unsere Freunde. Sprich: Wir konzentrieren uns auf das Negative. Dabei haben wir schon so viel, so viel Wertvolles im Leben. Lerne, dankbar zu sein für das, was du jetzt schon hast, für die Person, die du jetzt schon bist. Ja, du kannst an dir selbst arbeiten und träumen. Aber du besitzt jetzt schon so viel Materielles und Immaterielles, für das du dankbar sein kannst. Fertige eine Liste an mit Dingen, Menschen oder Gefühlen, die du schätzt – du wirst feststellen, dass die Liste immer länger wird, je mehr du dir vergegenwärtigst, wie reich dein Leben ist.

Hier ist ein kleiner Auszug meiner Dankbarkeiten:
Ich bin dankbar für…

  • meine Eltern, die mich in allem unterstützen, das ich tue.
  • meinen Partner, der mich liebt und mir den Rücken stärkt.
  • meinen Bruder, der mir immer wieder zeigt, was Ehrgeiz bedeutet.
  • meine Gesundheit.
  • die Möglichkeit zu reisen – wann immer ich will.
  • meine Wohnung, die ganz nah am Rheinufer liegt.
  • die inspirierenden Menschen in meinem Leben.
  • mein Schreibtalent.
  • meine Freundlichkeit.
  • meine flauschigen Katzen.
  • jedes Lächeln.
  • das Zwitschern der Vögel.

Schritt #8
Versuche nicht, perfekt zu sein
Du bist gut so wie du bist. Wenn du versuchst alles perfekt zu machen, machst du auf jeden Fall eines: dich selbst unglücklich. Perfektionisten entwickeln Schuldgefühle, wenn sie mittelmäßige Leistungen bringen, sie sind verbissen und machen sich das Leben schwer. Sicher ist nichts Schlimmes daran, gut zu sein wollen. Oder besser als andere. Oft ist es aber so, dass sich der Perfektionist durch seine Höchstleistungen unangreifbar für Kritik machen will. Er hat Angst vor Ablehnung, er fürchtet sich vor dem Versagen, davor, nicht akzeptiert und geliebt zu werden.

Ich habe mich im Schulunterricht zum Beispiel nur dann gemeldet, wenn ich wusste, die Antwort ist richtig. Ich hatte furchtbare Angst davor, etwas Falsches, etwas Blödes zu sagen. Ging es mir gut mit dieser Strategie? Nein. Weil ich mich selbst mehr und mehr gehemmt habe. Ich fand mich nicht gut genug. Aber das stimmt nicht. Und auch du bist jetzt schon gut genug. Fehler machen dich nicht zu einem schlechten Menschen oder weniger liebenswert. Lass los. Du bist gut wie du bist. Und gut sein reicht völlig. 

„Perfektion ist das Salz in der Suppe. Allzuviel macht sie ungenießbar.“ (Stefan Fleischer)

Schritt #9
Lerne dich selbst (und deine Leidenschaften) besser kennen

Viele Menschen haben das Gefühl, dass es nichts gibt, was sie gern machen. Sie erledigen ihren Job ganz passabel und kümmern sich um Dinge im Haushalt. Doch wenn es um ihre ganz individuellen Leidenschaften geht, sind viele blind. „Ich weiß gar nicht, was ich gern mache“, magst du vielleicht denken. Aber ich versichere dir: Dem ist nicht so. Jeder, wirklich jeder hat etwas, das ihn begeistert. Und sei es etwas Alltägliches wie mit dem Hund Gassi zu gehen. Oder einfach nur aus dem Fenster zu sehen. Oder Kekse zu backen.

Als Kinder können wir stundenlang im Sandkasten spielen oder mit Wasserfarben malen. Erst kürzlich habe ich bei einer Taufe ein kleines Mädchen beobachtet, das zehn Minuten lang die drei Stufen zum Kirchenaltar hinaufkletterte und rückwärts wieder abstieg. Immer und immer wieder. Sie hat sich nicht gefragt, ob das sinnvoll ist oder ob ihr das im Leben etwas bringt. Sie hat es einfach gemacht. Leider verlernen wir dies auf dem Weg ins Erwachsenenleben, leider impfen uns die Erwachsenen ein, wie wir uns zu verhalten, was wir zu lassen haben. Also entdecke wieder deinen Spieltrieb, sei albern, wenn es dein Naturell ist, male, spiele Gitarre oder ein anderes Instrument, steig wieder aufs Skateboard oder schraub das Computer-Gehäuse auseinander. Es steckt eine Menge in dir. Lerne dein inneres Kind kennen, erlaube ihm einfach nur zu sein.

Nun habe ich dir 9 Schritte verraten, um mehr Sinn in deinem Leben zu erkennen. Und vielleicht fragst du dich immer noch: Was ist denn überhaupt der Sinn im Leben? Und was haben diese Tipps mit ihm zu tun?

Ich bin überzeugt, dass der Sinn des Lebens folgender ist: dass wir uns am Leben erfreuen und glücklich sind. 

Und sei dir gewiss: Du hast bereits alle Voraussetzungen dafür. Die 9 Schritte helfen dir, das zu erkennen. Sie helfen dir, einfach nur du selbst zu sein: ein gütiges, freundliches Wesen, ein Kind im Erwachsenen-Kostüm, ein Mensch mit einer Vielzahl an Fähigkeiten und Stärken, eine Person mit Potenzial. Du bist schon jetzt vollkommen. Ein wertvoller Mensch. Ein einzigartiges Geschöpf. Vergiss das nicht in deinem Alltag.

Es gibt im Film „The Help“, einer Südstaaten-Geschichte der 60er Jahre, eine Art Mantra, das ein schwarzes Hausmädchen immer und immer wieder zu dem weißen Kind seiner Arbeitgeber sagt: 

„Du bist schlau. Du bist nett und du bist wichtig.“

Das gilt nicht nur für das kleine Mädchen, das von seiner leiblichen Mutter wenig Liebe erfährt. Das gilt für jeden von uns. Merk dir das: Auch du bist schlau. Auch du bist nett. Auch du bist wichtig.

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